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Deutschland in den USA

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Deutschland in den USA

Es ist gerade am Anfang schockierend, wie wenig die Amerikaner über Deutschland wissen. Manches kann auch ziemlich verletzend und beleidigend sein. Darum sollte man halbwegs gewappnet sein.
In Amerika wird man mehr als in Deutschland selbst mit dem zweiten Weltkrieg und dem dritten Reich konfrontiert. Waffen, Gewalt und Kriege haben in Amerika einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. So versuchten mich einige Leute damit aufzuziehen, dass "wir" (Deutschland) ja schon 2 Weltkriege verloren hätten. Als ich geantwortet habe, dass ich darüber froh bin, konnten sie das absolut nicht verstehen.
Die Medien tragen auch ihren Teil dazu bei. Wer einmal den Fernseher anschaltet, der wird mit größter Wahrscheinlichkeit auf einem der tausend Sender eine Sendung über den zweiten Weltkrieg finden. Das Fernsehen hat einen wesentlich größeren Einfluss auf die öffentliche Meinung als bei uns in Deutschland. Allerdings verstehen die meisten Schüler den Ernst dieses Themas für deutsche Jugendliche nicht so ganz.
Folgende Situation: Lunchtime in der Schule. Ich komme mit meinem Tablett zum Tisch meiner Freunde. Da ich meinen Ketchup vergessen habe, gehe ich kurz zurück, um ihn zu holen. Wieder angekommen sehe ich meine Fritten zu einem Hakenkreuz verteilt auf dem Tisch liegen. Im ersten Moment war ich erst mal sprachlos, aber dann habe ich einfach die Fritten zu einem grossen "Shut Up" gelegt. Das hat gewirkt. Später habe ich mich mit den entsprechenden Leuten darüber unterhalten, und mehr als ein dummer Witz steckte auch nicht dahinter. Dennoch war es recht schockierend.
Auch in Sportteams werden oft weniger schmeichelhafte Spitznamen benutzt. Es will aber niemand die Gefühle des anderen verletzen, sondern es soll eher als Ansporn dienen. So hat jeder seinen Spitznamen. Nach einer Weile hieß es dann nicht mehr "Nazi pass the ball" sondern "German boy pass the ball".
Auch im Zusammenhang mit Industrie und Wirtschaft bekommt man einige komische Sachen zu hören. So kann ich mich noch gut an einen Jungen erinnern, der mich fragte, wieviele Wochen ich gebrauchte habe, um von Deutschland in die Staaten zu gelangen. Er dachte, dass wir keine Flughäfen in Deutschland hätten und ich per Schiff gekommen wäre. So waren einige Leute überrascht, dass ich wusste, wie man mit Computern arbeitet. Für einige ist Deutschland auf dem Stand eines Entwicklungslandes.
Bei Gesprächen und Diskussionen über Wirtschaft kann man ein beachtliches Maß an Arroganz und Überheblichkeit finden. Ohne Amerika geht weltweit gar nichts. Amerika ist die Nummer eins. Nach einer gewissen Zeit kann einem das kräftig auf die Nerven gehen. Überhaupt habe ich im Laufe meines Aufenthaltes einen gewissen Stolz für mein eigenes Land entwickelt. So dachten viele Amerikaner, dass adidas und Puma deutsch wären.