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Sprachreisen USA Erfahrungsbericht

Die Familie | Probleme | Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht

Gut zu wissen, dass es auch tolle Gastfamilien gibt!

Ich war, genau wie Michael, auch in zwei verschiedenen Gastfamilien untergebracht, allerdings waren beide sehr nett und haben sich unendlich bemüht, damit es mir bei ihnen auch gefällt. (Erklärung: der Vater der ersten Gastfamilie wurde in einen anderen Bundesstaat versetzt, ich blieb an der Schule.) Die erste Familie war zunächst methodistisch, inzwischen sind sie, glaube ich, etwas anderes (vielleicht Baptisten?) aber das wird in den USA auch nicht so grundsätzlich debattiert. Gerade bei den protestantischen Gruppen ist es sehr schwer, die Unterschiede zu beschreiben. Die zweite Familie war katholisch, und das ziemlich streng, aber nachdem ich sowieso in Georgia (Teil des "Bible Belt") war, war es zum einen nicht so überraschend und zweitens waren sehr viele streng religiös, egal was! Ich bin mit beiden Familien jeden Sonntag in die Kirche gegangen, was mich zwar vom Ausschlafen abgehalten hat, aber andererseits sehr interessant war. Ich würde jedem Austauschschüler raten, mit den Gasteltern in die Kirche zu gehen, die Integration in der Familie wird dadurch viel einfacher: man zeigt ihnen ja damit, dass man sich für ihre Lebensweise interessiert. Und irgendwie ist es auch total spannend, mal was anderes zu sehen. Einmal hat mich z.B. ein Freund mitgenommen in den Sonntagsgottesdienst seines Glaubens, das wäre in Deutschland wahrscheinlich eine verbotene Sekte gewesen, aber in den USA herrscht ja Religionsfreiheit. Unheimlich war mir das Ganze schon; ich wusste, dass sich die Leute da in Ekstase singen (nicht unüblich), aber nachdem ein Gottesdienst bei denen ca. 3h Minimum dauert, sind wir wieder gegangen bevor es ernst wurde. Auf so etwas sollte man vielleicht schon gefasst sein, allerdings wird einen niemand zwingen, in eine Kirche zu gehen, die einem nicht gefällt.
Was man unbedingt auch wissen sollte: viele Familien in den USA haben eine total andere Streitkultur als wir hier. Ich war es z.B. gewohnt, Probleme und Streitereien mit meinen Eltern auszudiskutieren. In den USA habe ich dann aber bei beiden Familien feststellen müssen, dass man sich nicht streitet! Wenn man seine Familie schon ein bisschen kennt, merkt man ja am Verhalten, dass etwas nicht in Ordnung ist, und dann ist es in jedem Fall das Beste, man bringt das Thema zur Sprache. Dann kann man darüber reden und muss nicht irgendwelche Kritikpunkte über 10 Ecken erfahren. Im Allgemeinen hat das sehr gut funktioniert. Wenn das Problem mit den Gasteltern besteht, helfen auch oft die Geschwister weiter, die kennen ihre Eltern ja viel besser und können meistens ein sehr gutes Urteil abgeben.
Das Meiste ist aber sowieso mit ein bisschen common sense zu meistern, bevor man hinfährt am besten schon mal ein paar Briefe oder e-mails austauschen, um sich besser kennenzulernen, oder auch mal telefonieren. Wenn man dann mal dort ist, auf jeden Fall Fotos von der Familie, Freunden und der Umgebung zeigen. Touristische Videofilme haben meine Gastfamilien auch restlos begeistert. Es kann aber beim Abspielen ein Problem geben. Das System in den USA heißt NTSC und ist mit dem deutschen/europäischen nicht kompatibel.Ganz wichtig ist auch, seine Hilfe im Haushalt anzubieten, lieber einmal mehr etwas tun, als einmal zu wenig, und natürlich die Gastgeschwister beobachten, wieviel die tun. Es sollte keinerlei Konkurrenzstreben aufkommen.

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