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Essen

Wenn man im Zusammenhang mit Amerika über Essen redet, so denkt fast jeder an Fastfood. Im Laufe meines Aufenthaltes musste ich dieses Vorurteil immer mehr bestätigen. In der Schulcafeteria gab es das ganze Programm (Fritten, Burger, Chicken Nuggets etc.), und es wurde auch entsprechend genutzt. Es gehört zum Alltag, dass man auf dem Weg nach Hause beim Drive In sein Abendessen bestellt. Wer bisher Mc Donalds und Burger King in Deutschland mochte, der wird nach seiner Rückkehr froh sein, von Mamas guter alten Küche ernährt zu werden. In meiner Gastfamilie wurde fast nie daheim gekocht, sondern meistens irgendwo gegessen. Eine Statistik sagt, dass in Amerika mehr auswärts gegessen wird als in sonst einem anderen Land. In einem solchen Fall sollte man mit seiner Gastfamilie über die Finanzierung sprechen, da es sich wohl kaum ein Schüler leisten kann, jeden Abend für sein Fastfood Menü zu bezahlen. Es ist eine nette Geste, wenn man ab und zu mal die Rechnung übernimmt. Außerdem finden es die Amerikaner ziemlich schick, wenn man mal für sie kocht. Darum ist es auch ganz gut, wenn man ein paar Rezepte auf Lager hat.
Diese Ernährung geht nicht spurlos an einem vorbei. Bis man sich an das Essen gewöhnt hat, darf man sich über Pickel und Mitesser in rauhen Mengen freuen. Am besten, man besucht vor dem Abflug den Hautarzt und lässt sich ausrüsten.
Die Tischmanieren der meisten Amerikaner sind auch etwas gewöhnungsbedürftig. So hat man für Monate Witze über mich gemacht, weil ich mit Messer und Gabel gegessen habe. In Amerika schneidet man sich das ganze Essen in mundgerechte Stücke zurecht und dann geht es mit Gabel bewaffnet ans Essen. Das hat nichts mit schlechten Manieren oder dergleichen zu tun, sondern ist einfach so. Ausserdem wartet man nicht auf den Rest der Familie. Auch kann man die Ellbogen auf der Tischplatte abstützen, die Hände zur Hilfe benutzen oder mit offenem Mund kauen ohne schief angeschaut zu werden.
Die meisten Amerikaner frühstücken nicht. Nach 2 Monaten habe ich mich daran irgendwie gewöhnt. Man sollte sich im Supermarkt mit Bananen und Vitamintabletten versorgen, um seinen täglichen Vitaminbedarf zu decken. Man sollte aber niemals sagen, dass das amerikanische Essen ungesund sei. Das habe ich nach einem Blick auf die Waage und in den Spiegel mal gesagt, und meine Gasteltern waren zu tiefst beleidigt. Überhaupt vertragen die Amerikaner nicht viel Kritik. Man sollte damit äußerst sparsam sein.